Therapie
Behandlungsoptionen

Für die Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte) gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. Dabei kommt es vor allem auf die Ausprägung der Krankheit an: Unterschieden wird zwischen leichter, mittelschwerer und schwerer Psoriasis vulgaris – auch Plaque-Psoriasis genannt.

Für jeden Schweregrad gibt es verschiedene Therapieoptionen. Der Idealfall wäre, dass die Schuppenflechte bereits früh festgestellt wird, da dies die Therapie deutlich erleichtert und den Verlauf der Krankheit verlangsamen oder sogar eindämmen kann. Die folgenden Verfahren können bei Bedarf auch kombiniert werden, dabei ist eine zeitgleiche oder auch abfolgende Therapie möglich. Ihre Anwendung ersetzt jedoch nicht die regelmäßige Kontrolle beim Hautarzt (Dermatologen).

Topische Therapie:

Die topische Therapie, also die Anwendung auf der Haut, kann die Schuppenflechte reduzieren und auch die Entzündungen zurückgehen lassen. Salicylsäure, harnstoffhaltige Cremes sowie Vitamin D3 können die Entzündung in der Haut bekämpfen und werden z. B. in Kombination mit Kortison eingesetzt, wobei die Behandlung mit Kortison auch alleine eingesetzt werden kann.

Vorteile der topischen Therapie:

  • Einfach anzuwenden
  • Cremes, Salben oder Gele kann man immer dabeihaben
  • Psoriasis-Shampoos erlauben die Behandlung der Schuppenflechte auf der Kopfhaut, an welcher die Krankheit am häufigsten ausbricht
Nähere Informationen zur Hautpflege mit Psoriasis finden Sie HIER

Lichttherapie:

Bestimmte Lichtwellen, zu denen auch die UV-Strahlung gehört, können für die Therapie der Psoriasis eingesetzt werden. In Deutschland ist diese Form der Behandlung seit längerem im Einsatz.

Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis wird unter anderem die Therapie mit UV-B Strahlung empfohlen. Die Lichttherapie ist dabei sogar von zu Hause aus möglich, aber eine Übernahme von bspw. einem eigenen Solarium wird von der Krankenkasse nicht angeboten. Anders sieht es bei sogenannten Lichtkämmen aus: Die Geräte werden wie eine normale Bürste durch das Haar gezogen und können sich innerhalb von 20-30 Behandlungen positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Außerdem werden die Kosten von ca. 250€ für solch ein Gerät von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Doch Vorsicht: Eine falsche Anwendung kann zu Sonnenbrand führen.

Vorteile der Lichttherapie:

  • Von daheim aus anwendbar
  • Erstattungsfähig durch die GKV (Lichtbürste)
  • Für alle Körperstellen geeignet
  • Nachhaltige Therapie, die auch bei anderen Krankheitsbildern wie bspw. Akne wirksam sein kann

Systemische Therapie:

Bei der Schuppenflechte (auch Plaque Psoriasis oder Psoriasis vulgaris genannt) stehen als systemische Therapie (innerliche Behandlung) folgende Wirkstoffe zur Verfügung: Methotrexat, Ciclosporin, Fumarate und Biologika hemmen Entzündungs- und Abwehrvorgänge des Körpers, Retinoide wirken abschuppend und verlangsamen die Zellteilung.

Da es sich bei der Psoriasis um eine Autoimmunerkrankung handelt, hat man in der heutigen Zeit zahlreiche Medikamente entwickelt, die in Form von Tabletten, Infusionen oder Spritzen verabreicht werden können. Die meisten Medikamente sind Immunsuppressiva. Das bedeutet, dass sie die Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen den eigenen Körper unterdrücken.

  • Methotrexat (MTX) ist seit über 40 Jahren im Gebrauch und das am häufigsten eingesetzte Mittel gegen die Psoriasis vulgaris. Dadurch ist der Erfolg der Behandlung durch Studien sehr gut nachgewiesen. Das Medikament reguliert die Funktion des Immunsystems und hemmt die Entzündungsreaktion, den Auslöser für die Psoriasis. Diese Therapieform ist gut für die langfristige Behandlung geeignet und kann, wenn die Verträglichkeit gegeben ist, über mehrere Jahre hinweg erfolgen.
     
  • Ebenfalls etabliert ist die Behandlung mit Fumarsäureester (Fumarate/ Fumarsäure). In niedriger Dosierung wird die unter anderem aus dem „Gemeinen Erdrauch“ gewonnene Säure in Tablettenform verabreicht. Wie auch MTX wirkt diese direkt auf die beteiligten Zellen ein und hat eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Ein weiteres, aus der Natur gewonnenes Immunsuppressivum, ist Ciclosporin. Es wird aus den norwegischen Schlauchpilzen hergestellt und unterdrückt ebenfalls die Immunabwehr, genauer gesagt das Enzym Calcineurin. Es kommt dann zum Einsatz, wenn Fumarsäure und MTX nicht mehr ausreichen. Ciclosporin entfaltet in der Regel nach 2-4 Wochen seine Wirkung und eignet sich für die kurz- und mittelfristige Behandlung der Psoriasis.
     
  • Unter Retinoiden versteht man Abkömmlinge der Vitamin-A-Säure wie zum Beispiel Acitretin oder Etretinate. Diese Substanzen wirken abschuppend, verlangsamen die bei Psoriasis beschleunigte Zellteilung und fördern die Reifung (Differenzierung) der Oberhautzellen.
     
  • Biologika (Medikamente aus Zellkulturen) blockieren Botenstoffe des Immunsystems und können so die Schuppenflechte beinahe vollständig verschwinden lassen. Die für die Entstehung der Psoriasis verantwortlichen Bereiche des Immunsystems werden durch die Biologika neutralisiert; die Botenstoffe der Körperabwehr, die für die Schuppenflechte- Bildung verantwortlich sind, werden deaktiviert. Biologika können die Abwehrzellen des Körpers, die für den Ausbruch der Krankheit sorgen, hemmen und auch die Anzahl der entzündungsfördernden Stoffe stoppen. Dabei sind die Medikamente in Absprache mit dem behandelnden Arzt sehr zielgerichtet einsetzbar.

Vorteile der systemischen Therapie:

  • Hochwirksam: Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte kann effektiv durchgeführt werden
  • Sie wirken an der Ursache der Entzündung, den außer Kontrolle geratenen Botenstoffen und das im ganzen Körper - also genau dort, wo es drauf ankommt
Nicht alle Medikamente sind mit allen Lebenssituationen vereinbar. Besprechen Sie mit Ihrem Hautarzt dieses Thema, so dass eine Therapie gefunden werden kann, die zu Ihren Bedürfnissen und Wünschen passt.

Tipp: Denken Sie daran, immer mit Ihrem behandelnden Arzt wegen möglicher Nebenwirkungen und Risiken zu sprechen. Er kennt Ihre Haut am besten und kann Sie beraten, was bei einer Psoriasis-Behandlung zu beachten ist.